Gebete

Zwei Gebete für alle, denen es nicht möglich ist, die Heilige Messe mitzufeiern

Die nachfolgenden Gebete können zur Vorbereitung auf die Geistliche Kommunion gebetet werden. Das erste Gebet stammt von einer alten Frau aus unserer Pfarrei, die schon viele Jahre verstorben ist. Bei der Krankenkommunion betete sie immer dieses alte Gebet, das sie selbst in Kindertagen gelernt hatte. Sicher ist es vielen Älteren noch aus ihren Kindertagen bekannt Es ein schönes Gebet um sich mit dem Herrn geistlich während der Heiligen Messe zu verbinden. Das zweite Gebet stammt von dem Hl. Pater Pio.

Heiliger Schutzengel mein,
geh für mich in die Kirch hinein.
Knie dich hin an meinen Ort,
hör die heilige Messe dort.

Bei der Opferung bring mich dar
Gott zum Dienste ganz und gar.
Was ich hab und was ich bin,
leg' als Opfergabe hin.

Bei der heiligen Wandlung dann
bet´ mit großer Liebe an
unsern Heiland Jesus Christ,
der wahrhaft zugegen ist.

Bet' für die, die mich geliebt,
bet' für die, die mich betrübt.
Denk auch der Verstorbenen mein.
Jesu Blut wasch alle rein.

Beim Genuss vom Höchsten Gut
bring mir Jesu Fleisch und Blut
und im Geist mich ihm verein,
lass mein Herz ein Tempel sein.

Fleh, dass allen Menschen Heil
aus dem Opfer wird zuteil.
Ist die heilige Messe aus,
bring den Segen mir nach Haus.

lch liebe dich über alles, ich sehne mich nach dir von ganzem Herzen. Da ich dich jetzt nicht in der sakramentalen Gestalt empfangen kann, bitte ich dich, geistigerweise in mein Herz zu kommen.

lch bin sicher, dass du schon gekommen bist. Daher umarme ich dich und vereinige mich ganz mit dir,

halte mich fest und lass mich niemals von dir scheiden.

Mein Jesus, ich liebe dich aus ganzem Herzen, ich bereue es, dass ich sovielmal das Vergängliche deiner unendlichen Güte vorgezogen habe.

Mit deiner Hilfe nehme ich mir fest vor, in Zukunft dich nie mehr zu beleidigen.

Und jetzt weihe ich mich ganz dir.

lch verzichte ohne Vorbehalt auf meinen eigenen Willen, mein Begehren, auf alles was ich habe.

Ich übergebe mich ganz dir.

Von heute an darfst du mit mir und mit allem, was ich besitze, machen was du willst.

lch suche ganz allein dich, ich verlange nach nichts anderem, als nach deiner heiligen Liebe, nach der Beharrlichkeit bis ans Ende und nach der vollkommenen Erfüllung deines Willens. Amen.

Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir (Thomas von Aquin, 1225-1274)

Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir.
Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.
Sieh, mit ganzem Herzen schenk ich dir mich hin,
weil vor solchem Wunder ich nur Armut bin.

Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Einst am Kreuz verhüllte sich der Gottheit Glanz,
hier ist auch verborgen deine Menschheit ganz.
Beide sieht mein Glaube in dem Brote hier;
wie der Schächer ruf ich, Herr, um Gnad zu dir.

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: "Du mein Herr und Gott!"
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod!
Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.
Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du,
dass er deine Wonnen koste immerzu.

Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein;
wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.

Jesus, den verborgen jetzt mein Auge sieht,
stille mein Verlangen, das mich heiß durchglüht:
lass die Schleier fallen einst in deinem Licht,
dass ich selig schaue, Herr, dein Angesicht.
Amen

Eine Viertelstunde vor dem Allerheiligsten

Pater Claret (1807-1870), später Erzbischof von Kuba, gründete die Missionsgemeinschaft der Söhne des Unbefleckten Herzens Mariens - der Claretiner. Die folgenden Texte des Heiligen wurden ausgewählt und herausgegeben vom Pastoralamt der Erzdiözese Wien 1988. Pater Claret benützt die persönliche Form, indem er Jesus zu jedem einzelnen sprechen lässt:
Es ist nicht nötig, viel zu wissen, um mir zu gefallen es genügt, dass du mich sehr liebst. Sprich hier also einfach mit mir, wie du mit deinem engsten Freund sprechen würdest.
Musst du mich für jemanden um etwas bitten?
Nenne mir seinen Namen und sage mir dann, was du möchtest, das ich jetzt für ihn tun soll. Erbitte viel! Zögere nicht, zu bitten. Sprich zu mir auch einfach und aufrichtig von den Armen, die du trösten willst; von den Kranken, die du leiden siehst; von den Verirrten, die du sehnlichst auf den rechten Weg zurückwünschest. Sag mir für alle wenigstens ein Wort.
Und für dich, brauchst du für dich nicht irgendeine Gnade?
Sage mir offen, dass du vielleicht stolz, selbstsüchtig, unbeständig, nachlässig bist ... und bitte mich dann, dir zu Hilfe zu kommen bei den wenigen oder vielen Anstrengungen, die du machst, um davon loszukommen. Schäme dich nicht! Es gibt viele Gerechte, viele Heilige im Himmel, die genau die gleichen Fehler hatten. Aber sie baten demütig ... und nach und nach sahen sie sich frei davon. Und zögere auch nicht, um Gesundheit sowie einen glücklichen Ausgang deiner Arbeiten, Geschäfte oder Studien zu bitten. All das kann ich dir geben und gebe ich dir. Und ich wünsche, dass du mich darum bittest, soweit es sich nicht gegen deine Heiligung richtet, sondern sie begünstigt und unterstützt. Und was brauchst du gerade heute? Was kann ich für dich tun? Wenn du wüsstest, wie sehr ich wünsche, dir zu helfen.
Trägst du gerade einen Plan mit dir?
Erzähle ihn mir. Was beschäftigt dich? Was denkst du? Was wünschst du? Was kann ich für deinen Bruder tun, was für deine Schwester, deine Freunde, deine Familie, deine Vorgesetzten? Was möchtest du für sie tun? Und was mich angeht: Hast du nicht den Wunsch, dass ich verherrlicht werde? Möchtest du nicht deinen Freunden etwas Gutes tun können, die du vielleicht sehr liebst, die aber vielleicht leben, ohne an mich zu denken? Sage mir: Was erweckt heute besonders deine Aufmerksamkeit? Was wünscht du ganz sehnlich? Über welches Mittel verfügst du, um es zu erreichen? Sage es mir, wenn dir ein Vorhaben schlecht gelingt, und ich werde dir die gründe für den Misserfolg nennen. Möchtest du mich nicht für dich gewinnen?
Fühlst du dich vielleicht traurig oder schlecht gestimmt?
Erzähle mir in allen Einzelheiten, was dich traurig macht. Wer hat dich verletzt? Wer hat deine Selbstliebe beleidigt? Wer hat dich verachtet? Teile mir alles mit, und bald wirst du soweit kommen, dass du mir sagst, dass du nach meinem Beispiel alles verzeihst, alles vergisst. Als Lohn wirst du meinen tröstenden Segen empfangen. Hast du vielleicht Angst? Spürst du in deiner Seele jene unbestimmte Schwermut, die zwar unberechtigt ist, aber trotzdem nicht aufhört, dir das Herz zu zerreißen? Wirf dich meiner Vorsehung in die Arme! Ich bin bei dir, an deiner Seite. Ich sehe alles, höre alles, und nicht einen Augenblick lasse ich dich im Stich. Spürst du Abneigung bei Menschen, die dich vorher gern mochten, und sich von dir entfernen, ohne dass du ihnen dazu den geringsten Anlass gegeben hast? Bitte für sie, und ich werde sie an deine Seite zurückbringen, wenn sie nicht zum Hindernis für deine Heiligung werden.
Und hast du mir nicht vielleicht irgendeine Freude mitzuteilen?
Warum lässt du mich nicht daran teilnehmen, da ich doch dein Freund bin? Frzähle mir, was seit dem letzten Besuch bei mir dein Herz getröstet und dich zum Lächeln gebracht hat. Vielleicht hast du angenehme Überraschungen erlebt; vielleicht hast du glückliche Nachrichten erhalten, einen Brief, ein Zeichen der Zuneigung; vielleicht hast du eine Schwierigkeit überwunden, bist aus einer ausweglosen Lage herausgekommen. Das alles ist mein Werk. Du sollst mir einfach sagen: Danke, mein Vater!
Willst du mir nichts versprechen?
Ich lese in der Tiefe deines Herzens. Menschen kann man leicht täuschen, Gott aber nicht. Sprich also ganz aufrichtig zu mir. Bist du fest entschlossen, dich jener Gelegenheit zur Sünde nicht mehr auszusetzen, auf jenen Gegenstand zu verzichten, der dir schadet, jenes Buch nicht mehr zu lesen, das deine Vorstdlungskraft gereizt hat, mit jenem Menschen nicht mehr zu verkehren, der den Frieden deiner Seele verwirrt? Wirst du zu jenem anderen Menschen wieder sanft, liebenswürdig und gefällig sein, den du bis heute als Feind betrachtet hast, weil er sich gegen dich verfehlte? Nun gut, gehe jetzt wieder an deine gewohnte Beschäftigung zurück. Zu deiner Arbeit, deiner Familie, deinem Studium. Aber vergiss die Viertelstunde nicht, die wir beide hier verbracht haben. Bewahre, soweit du kannst, Schweigen, Bescheidenheit, innere Sammlung, Liebe zum Nächsten.
Liebe meine Mutter, die auch die deine ist.
Und komme wieder mit einem Herzen, das noch mehr von Liebe erfüllt, noch mehr meinem Geist hingegeben ist. Dann wirst du in meinem Herzen jeden Tag neue Liebe, neue Wohltaten, neue Tröstungen finden.